Jack du glaubst nicht an Jesus?

 Nibelungenfahrt ins Weserbergland

Wir Nibelungen* treffen uns alle am Freitag, am Bahnhof.

Tobi und ich sind neu dabei.

Wir fahren mit dem Zug bis zu unserem Ziel und laufen bis spät in die Nacht

an steilen Hängen entlang, ohne einen geeigneten Lagerplatz zu finden.

Nur steiler Hang und Dunkelheit.

Zu allem Überfluß fängt es auch noch an zu regnen, dann verliert Richard seine Brille;

wir müssen pausieren, um sie zu suchen, doch die Brille bleibt verschwunden. 

Wir laufen weiter, bis wir auf einen großen Weg kommen, in dessen Nähe 

wir unser Lager aufschlagen. Alles ist naß und es dauert ewig, bis die Kohte** 

aufgebaut und noch ewiger bis sie eingerichtet ist.

Wir legen uns todmüde in unsere Schlafsäcke und schlafen ein. 

Am nächsten Tag laufen wir weiter und beschließen zur Sababurg zu gehen. 

Einige von uns trampen, doch Freddy, Attila und ich wandern lieber weiter. 

Wir kommen bald bei der Burg, der sagenhaften Dornröschenburg  an,

doch wir finden niemanden, der auf uns wartet.

Eigentlich war vereinbart, daß die anderen hier auf uns warten würden.

Wir suchen sie also überall und finden 

statt ihrer einen Pfadfinfinder und eine Pfadfinderin, die Freddy kennen. 

 

Wandervögel bei der Rast um 1912

Wir ziehen weiter und vor dem Eingang des anliegenden Tierparks finden 

wir einen weinenden Tobias. Er erzählt uns, daß er abgeholt werden will, 

weil ihm das alles zu anstrengend ist. Es wird also telefoniert und er wird 

abgeholt. Die anderen sind schon im Park und meinen, sie seien einfach 

ohne zu bezahlen hineingegangen. Wir machen es ihnen nach und werden 

dann doch alle erwischt und zahlen reumütig den Eintritt nach. 

Wir ziehen weiter und finden bald einen Lagerplatz, wo Richard auch noch 

das teure Leatherman seines Vaters verliert. Alle liegen schon in der Kohte*, 

als wir wieder hinausgescheucht werden, um Freddy in die Nacht hinein 

zu folgen. Dann stehen wir alle um das kleine Feuer, das mit einemmal im 

Tannendickicht auflodert herum und Freddy verkündet:

„Leo bekommt sein Barett!***“

Nach dessen Verleihung legen wir uns nun endgültig schlafen.

Ich habe das alles wie im Traum gesehen, weil ich schon so müde war,

aber es war trotzdem schön und ergreifend. 

Es scheint ein endlos langer Weg zu sein, wir haben alle Durst.

Damit uns die Strecke nicht so lang vorkommt,

unterhalten wir uns angeregt und kommen auf das Thema „Jesus“.

Als Freddy zu mir sagt: „Djack, du glaubst nicht an Jesus?

Da unten steht er!“, schaue ich den Berg hinab, auf dem wir gerade entlang laufen und sehe:

Richards Vater, der uns mit seinem Auto abholt.

Vor Erschöpfung schlafen wir auf der Heimfahrt ein. 

Das war meine erste Fahrt, die mir wirklich Spaß gemacht hat, obwohl ich 

erst eine halbe Woche zuvor das erste Mal bei einer Gruppenstunde**** des 

Wandervogels dabei war. 

Djack

*das ist unsere Horte (eine Horte ist so etwas wie eine Gruppe

**das ist unser Zelt

***das ist eine Auszeichnung in der Form einer Kopfbedeckung

****da treffen wir uns zum singen und kennenlernen

 

PS:…aber ich glaub doch an Jesus!!!

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